Um die Aufzüge zu beleben, suchte die Schützenbruderschaft in den eigenen Reihen musikinteressierte Leute.
Es meldeten sich Michael Knarren (Tambourmajor), Wilhelm Quix (Trommel), Wilhelm Diecks und Leo Spätgens (beide Flöte).
Diese vier Spielleute legten damit auch gleichzeitig den Grundstein für die spätere Entstehung des heutigen Trommler- und Pfeiferkorps. Man wählte gängige, bekannte Marschlieder aus und verließ sich beim Einstudieren aufs Gehör. Im Jahre 1921 marschierten sie - ausstaffiert mit schmucken Husaren-Jacken, dunklen Hosen, Schirmmützen und an der Seite eine Feldflasche - erstmals stolz an der Spitze der Schützenbruderschaft durch die Schalbrucher Straßen.

In den folgenden Jahren wuchsen sie zu einer festen Einheit zusammen und entwickelten einen eigenen Vereinsgeist.
So war es nicht verwunderlich, dass diese vier im Jahre 1927 beschlossen, sich von der Schützenbruderschaft zu trennen und einen selbstständigen, größeren Verein zu gründen.Von den vier Vereinsgründern lebt heute leider keiner mehr. Sowohl die Kosten für die Anschaffung neuer Instrumente (Flöte = 6,50 RM/ Trommel 42,00 RM) als auch die im Jahre 1929 gekaufte erste Uniform bezahlte jedes Mitglied aus eigener Tasche. Wer über die entsprechenden Beträge nicht verfügte, erhielt von Wilhelm Diecks einen "Vorschuss" und musste jeden Sonntag 1,00 RM abstottern. Zur allgemeinen Freude wurde die große Trommel von der Schützenbruderschaft gespendet.

Wilhelm Quix (Trommel) und Wilhelm Diecks (Flöte) übernahmen die Übungsleitung. Beim Einüben des ersten Marsches, es war der "Torgauer" stieß man jedoch schon an seine Grenzen. Weiterhin konnte keiner Noten lesen. Alles ging nach Gehör und die Griffe wurden abgeschaut. Da sich die meisten die Melodie - im Gegensatz zu den bisher gespielten und bekannten Marschliedern - nicht merken konnten, geriet das Üben ins Stocken. Um die Situation zu retten und die Existenz des Vereins nicht zu gefährden, erlernte Leo Spätgens bei einem Lehrmeister in Heinsberg das Noten lesen und den "Torgauer" auf der Flöte und das Trommeln bei einem Lehrmeister in Kirchhoven. Zweimal pro Woche setzte er sich nach getaner Arbeit auf die "Schulbank". Nach Abschluss seiner Lehre wurde er Lehrmeister des Trommler- und Pfeiferkorps Schalbruch.

Jede freie Minute wurde nun zum Üben genutzt. Aufgrund seiner erworbenen Grundkenntnisse studierte Leo Spätgens binnen kurzer Zeit den "Torgauer Marsch" ein. Jetzt ging es stetig bergauf. Das musikalische Repertoire vergrößerte sich schnell und schon bald folgten die ersten öffentlichen Auftritte. Leo Spätgens übernahm von Michael Knarren in 1929 auch den Tambourstab und führte das Korps an.

Im Jahre 1930 wurde das Korps dann vollkommen neu formiert. Die meisten alten Mitglieder schieden aus und Lehrmeister Leo Spätgens bildete aus folgenden Leuten ein neues Korps. [...]
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Letztes Update: 15.11.2017 (C) 2017 TPK Selfkant-Schalbruch e.V. (R.M.)